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Instagram Bio für Coaches und Berater: So versteht man in Sekunden, was du machst

Andi von Design by AndiVon AndiAktualisiert am 2. Oktober 20268 Minuten Lesezeit
Ein Paar- und Familienberater sitzt in seinem Beratungsraum auf dem Sofa und überarbeitet am Handy sein Instagram-Profil.KI-generiert
Für die Bio reichen ein Handy und zehn ruhige Minuten. Die Vorarbeit passiert im Kopf.

Wenn ich ein Profil auf Instagram öffne, schaue ich immer auf dieselben Dinge. Ich lese den Namen, dann die Bio, und dann schaue ich mir die ersten Beiträge an, egal ob sie angepinnt sind oder nicht. Nach diesen paar Sekunden sollte ich eigentlich wissen, worum es bei dem Account geht.

Oft weiß ich es dann leider noch nicht. Es steht zwar etwas da, und es klingt auch nett, aber ich habe trotzdem keine Ahnung, was die Person anbietet und ob ich bei ihr richtig bin. Eine Instagram Bio für Coaches und Berater hat deshalb aus meiner Sicht nur eine Aufgabe: Wer sie liest, soll sofort verstehen, für wen du arbeitest und was er bei dir bekommt.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie ich selbst an eine Bio herangehe, was ins Namensfeld gehört und wie du beschreibst, was du machst, ohne ein Ergebnis zu versprechen. Dazu gibt es drei Beispiele für Ernährung, Beratung und Massage.

Inhaltsverzeichnis
  1. In ein paar Sekunden entscheidet sich, ob jemand auf deinem Profil bleibt
  2. Ein Satz kann schön klingen und trotzdem nichts sagen
  3. Bevor ich eine Bio schreibe, beantworte ich mir vier Fragen
  4. Was gehört in die Instagram Bio für Coaches und Berater?
  5. In meiner eigenen Bio standen früher die Tools vorne
  6. Im Namensfeld steht, wonach jemand sucht
  7. Wie formulierst du, was du machst, ohne ein Ergebnis zu versprechen?
  8. Drei Beispiele für Ernährung, Beratung und Massage
  9. Der Link soll halten, was die letzte Zeile verspricht
  10. Bei der eigenen Bio wird man betriebsblind
  11. Häufige Fragen

In ein paar Sekunden entscheidet sich, ob jemand auf deinem Profil bleibt

Ein Interessent liest deine Bio nicht in Ruhe durch. Er schaut kurz hin und entscheidet, ob das etwas für ihn ist oder nicht. Die Zeit wird immer schnelllebiger, und deshalb wird es immer wichtiger, dass dieser erste Blick sitzt.

In dieser Reihenfolge schaue ich ein Profil an

  1. Ich lese den Namen und was daneben steht.
  2. Ich lese die Bio.
  3. Ich schaue mir die ersten Beiträge an.
  4. Wenn ich ein Gespür für den Account habe, schaue ich in die Highlights, ob dort erklärt wird, was die Person macht und was ich bei ihr bekomme.

Die Highlights kommen bei mir erst an vierter Stelle. Wer bis dorthin nicht verstanden hat, worum es geht, schaut sie sich meistens gar nicht mehr an. Name und Bio müssen also schon alleine tragen, und alles Weitere darf danach in die Tiefe gehen.

Ein Satz kann schön klingen und trotzdem nichts sagen

Es gibt Sätze, die ich in Bios immer wieder lese und bei denen ich danach nicht weiß, was gemeint ist. Dieser hier ist so einer:

So oder so ähnlich steht es in vielen Bios

„Ich begleite dich auf deinem Weg zu mehr Klarheit und Leichtigkeit.“

Das kann eine Paarberatung sein, bei der zwei Menschen wieder klarer miteinander reden. Es kann genauso ein Ernährungscoaching sein, ein Business-Coaching oder ein Kurs gegen Stress im Job. Der Satz passt auf alle und beschreibt deshalb niemanden.

Ich verstehe gut, warum so ein Satz entsteht. Er klingt angenehm, er verspricht nichts Falsches, und man fühlt sich damit sicher. Wer ihn liest, weiß danach nur nicht, wobei du hilfst. Genau diese eine Frage soll deine Bio aber beantworten.

Bevor ich eine Bio schreibe, beantworte ich mir vier Fragen

Ich fange nie mit dem Formulieren an. Zuerst kläre ich für mich, was überhaupt drinstehen soll, und erst wenn ich das weiß, suche ich die Worte dafür. Das sind die vier Fragen, in dieser Reihenfolge:

  1. Für wen arbeite ich?Je genauer du das sagen kannst, desto leichter erkennt sich jemand wieder. „Berufstätige, die abends keine Lust mehr zum Kochen haben“ ist ein Bild, „Menschen“ ist keines.
  2. Welches Problem haben diese Menschen?Gemeint ist das Problem in ihren Worten, also so, wie sie es einer Freundin erzählen würden.
  3. Welchen Teil davon kann ich lösen?Du musst nicht alles abdecken. Ein konkretes Problem, bei dem du wirklich hilfst, ist verständlicher als fünf Themen nebeneinander.
  4. Wie mache ich das?Hier geht es um deine Art zu arbeiten: Gespräch, Plan, Behandlung, online oder vor Ort, einmalig oder über mehrere Wochen.

Wenn ich diese vier Antworten habe, schreibt sich die Bio fast von selbst. Zum Formulieren hole ich mir dann gern Anregungen aus meinem eigenen Hook- und Bio-Tool, weil es mir Varianten zeigt, auf die ich alleine nicht gekommen wäre.

Was gehört in die Instagram Bio für Coaches und Berater?

In die Bio gehört, für wen du arbeitest, was man bei dir bekommt und was der nächste Schritt ist. Instagram gibt dir dafür 150 Zeichen, und Leerzeichen und Emojis zählen mit. Das reicht für drei kurze Zeilen, und mehr braucht es auch nicht.

Diese drei Dinge sollten in deiner Bio stehen

  • Für wen du arbeitest und wobei, in Worten, die deine Kunden selbst verwenden würden.
  • Wie du arbeitest oder was man bei dir bekommt, zum Beispiel ein Gespräch, einen Plan oder eine Behandlung.
  • Was der nächste Schritt ist, passend zu dem Link, der darunter steht.

Was du gelernt hast, welche Ausbildungen du gemacht hast und mit welchen Methoden du arbeitest, ist wichtig. In der Bio braucht es das aber meistens noch nicht. Dafür sind die angepinnten Beiträge und die Highlights da, weil du dort Platz zum Erklären hast.

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In meiner eigenen Bio standen früher die Tools vorne

Eine Zeit lang habe ich in meiner Bio vor allem gezeigt, womit ich arbeite: interaktive Tools, Canva und KI. Das war alles richtig, nur hat sich darin niemand wiedergefunden. Wer auf mein Profil gekommen ist, hat gelesen, was ich verwende, und nicht, für wen ich das mache.

Inzwischen ist mir wichtiger, dass Coaches, Berater und Menschen aus Gesundheitsberufen sofort merken, dass sie gemeint sind. Deshalb steht jetzt vorne, für wen ich arbeite. Wie ich das mache und womit, erkläre ich in meinen angepinnten Beiträgen und in den Highlights.

Diese Reihenfolge würde ich dir auch empfehlen. Zuerst kommt der Mensch, für den du da bist, und erst danach kommt deine Methode.

Im Namensfeld steht, wonach jemand sucht

Das Namensfeld ist die fett gedruckte Zeile über deiner Bio. Viele schreiben dort nur ihren Vornamen hinein. Dabei ist es eines der wenigen Felder, die Instagram bei der Suche durchgeht. Wenn dort dein Beruf steht, kannst du auch von jemandem gefunden werden, der deinen Namen noch gar nicht kennt.

Schreib deshalb deinen Namen und dahinter das, was du anbietest, zum Beispiel „Vorname Nachname | Paarberatung Linz“ oder „Vorname | Ernährungscoach online“. Es passen bis zu 64 Zeichen hinein, also deutlich mehr als nur dein Vorname. Nimm das Wort, das deine Kunden in die Suche tippen würden, und nicht die Bezeichnung aus deinem Zertifikat.

Achte dabei darauf, dass du nur Berufsbezeichnungen verwendest, die du auch führen darfst. Ob ein Titel geschützt ist, hängt vom Land ab, und im Zweifel fragst du bei deiner Kammer oder deinem Berufsverband nach.

Wie formulierst du, was du machst, ohne ein Ergebnis zu versprechen?

Du beschreibst, wie du arbeitest und was im Termin passiert, statt zu sagen, was am Ende herauskommt. Die meisten Vorlagen für Bios funktionieren nach dem Muster „Ich helfe dir, dieses Ziel zu erreichen“. Bei Ernährung und Gesundheit ist das genau der Satz, bei dem viele unsicher werden, und das zu Recht.

Verspricht ein Ergebnis

„Ich helfe dir, endlich dauerhaft abzunehmen, ganz ohne Jojo-Effekt.“

Beschreibt, wie du arbeitest

„Ernährungscoaching für Berufstätige. Wir planen gemeinsam, was du unter der Woche isst.“

Formulierungsbeispiel, keine Rechtsauskunft.

Die zweite Fassung klingt weniger spektakulär, und trotzdem kann ich mir darunter mehr vorstellen. Ich sehe mich mit jemandem beim Tisch sitzen und meine Woche durchgehen. Das schafft bei mir mehr Vertrauen als jedes große Versprechen, und du musst dir beim Schreiben keine Sorgen machen, ob du zu viel zugesagt hast.

Drei Beispiele für Ernährung, Beratung und Massage

Die folgenden Bios sind erfunden und sollen dir nur zeigen, wie die drei Zeilen aussehen können. Alle drei passen in die 150 Zeichen.

Ernährungscoaching

Ernährungscoaching für Berufstätige
Wir planen gemeinsam, was du unter der Woche isst
⬇️ So läuft das erste Gespräch ab

Paarberatung

Paarberatung in Linz und online
90 Minuten zu zweit, und ich höre euch beiden zu
⬇️ Was im ersten Termin passiert

Massage

Massagepraxis in Graz
Vor jeder Behandlung besprechen wir, was du heute brauchst
⬇️ Termin online aussuchen

In jeder Bio steht zuerst, was es ist und für wen. Die zweite Zeile zeigt ein kleines Stück vom Ablauf, damit man sich den Termin vorstellen kann. Die dritte Zeile sagt, was hinter dem Link wartet. Zeilenumbrüche setzt du in der App einfach mit der Eingabetaste, wenn du dein Profil bearbeitest.

Unter die Bio gehört ein Link, der zum nächsten Schritt führt, also dorthin, wo jemand mehr über den Ablauf erfährt oder einen Termin findet. Wenn in der letzten Zeile „So läuft das erste Gespräch ab“ steht, sollte der Link genau auf diese Seite führen und nicht auf die Startseite.

Ich habe mir für meine Arbeit 30 Profile von Ernährungsberatern, Beratern und Menschen aus Körperarbeit und Kunsttherapie genau angeschaut. Bei zwei davon war die Bio leer, und bei einem fehlte der Link. Bei einem weiteren Profil wurde in einem Reel auf den Buchungskalender in der Bio verwiesen, der Link hat aber zuerst zu einem anderen Angebot geführt. Das sind Kleinigkeiten, die man selbst leicht übersieht. Mehr aus dieser Recherche steht im Beitrag Instagram für Ernährungsberater.

Bei der eigenen Bio wird man betriebsblind

Am meisten überrascht hat mich bei meinen eigenen Tools, wie blind man für das eigene Thema wird. Du arbeitest jeden Tag damit, und irgendwann fühlt sich alles logisch und selbstverständlich an. Dann schreibst du eine Bio und bist überzeugt, dass sie jeder versteht.

Das stimmt oft nicht. Ich habe das bei mir selbst gemerkt, als ich meine Texte zum ersten Mal von einem Tool prüfen ließ, das mein Thema nicht kennt und nur liest, was wirklich dasteht. Da kamen Rückmeldungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Du kannst das auch ohne Tool ausprobieren. Zeig deine Bio jemandem, der dich beruflich nicht kennt, und frag ihn danach, was du anbietest und für wen. Wenn die Antwort zögerlich kommt oder ganz woanders landet, weißt du, wo du ansetzen kannst.

Häufige Fragen

Wie viele Zeichen hat die Instagram-Bio?

Die Bio hat 150 Zeichen, Leerzeichen, Emojis und Zeilenumbrüche zählen mit. Ins Namensfeld passen bis zu 64 Zeichen.

Wie schreibe ich in der Instagram-Bio untereinander?

Geh in der App auf „Profil bearbeiten“, tippe in das Feld „Bio“ und setz nach jeder Zeile einen Zeilenumbruch mit der Eingabetaste. Wenn das auf deinem Handy nicht klappt, schreib den Text in deiner Notizen-App vor und kopier ihn hinein.

Brauche ich Emojis in der Bio?

Du brauchst sie nicht. Ein einzelnes Emoji kann eine Zeile gliedern oder auf den Link zeigen. Wenn vor jeder Zeile eines steht, wird die Bio unruhig, und die Emojis kosten dich Zeichen.

Soll in der Bio „Ich helfe dir …“ stehen?

Das kann funktionieren, der Satzanfang ist aber sehr verbreitet, und er verleitet dazu, ein Ergebnis zu versprechen. Probier stattdessen aus, wie es klingt, wenn du mit deinem Angebot und deinen Kunden beginnst.

Deine Bio muss nicht originell sein und auch nicht perfekt. Sie soll nur dafür sorgen, dass jemand nach ein paar Sekunden denkt: „Aha, darum geht es, und das ist etwas für mich.“ Alles andere erzählst du danach.

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Finde heraus, ob man deine Bio versteht

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Andi

Ich bin Andi, Webdesignerin und leidenschaftliche Hobbyfotografin. Ich helfe Selbstständigen in Coaching, Beratung und Gesundheit dabei, online zu zeigen, was ihre Arbeit besonders macht. Dafür entwickle ich Tools, Kurse und Vorlagen, mit denen du deinen Auftritt selbst gestaltest. Für wen ich arbeite und für wen nicht.

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