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Bilder für Coaching und Beratung: So entstehen Bilder, die zeigen, wie du arbeitest
KI-generiertWer Bilder für Coaching oder Beratung sucht, landet schnell bei Stockfotos, und das finde ich schade. Auf Stockfotos sind es ähnliche Räume, ähnliche Blickwinkel und ähnliche Situationen, und die Person, die das Coaching oder die Beratung tatsächlich anbietet, kommt gar nicht vor.
Manchmal findet man sogar exakt dasselbe Bild auf mehreren unterschiedlichen Websites oder Profilen. Dann wirkt es auf mich schnell lieblos, fast so, als wäre es gar nicht wichtig genug gewesen, sich zu überlegen, welches Bild wirklich zu diesem Angebot und zu dieser Person passt.
Dabei muss ein eigenes Bild gar nicht spektakulär sein. Es sollte nur das Gefühl vermitteln: Das hier gehört wirklich zu mir. Ich gehe dafür immer in derselben Reihenfolge vor, und das Motiv kommt dabei erstaunlich spät.
In dieser Reihenfolge gehe ich vor
- Was soll das Bild bei der Person auslösen, die es sieht?
- Welche Stimmung soll es haben?
- Was gehört auf das Bild: Ort, etwas, das gerade passiert, und Licht.
- Was bleibt weg, und was darf bleiben?
- Womit wird es gemacht: Handy, Canva oder KI?
Inhaltsverzeichnis
Schritt 1
Zuerst kommt die Frage, was das Bild auslösen soll
Wenn ich ein Bild plane, überlege ich zuerst: Was soll dieses Bild bei der Person auslösen, die es sieht? Ein Bild soll immer etwas bewirken. Vielleicht möchte ich Vertrauen aufbauen. Vielleicht möchte ich zeigen, wie ich arbeite. Vielleicht möchte ich ein Produkt verkaufen. Je nachdem brauche ich ein anderes Bild.
Wenn ich etwas verkaufen möchte, interessiert mich deshalb nicht zuerst das Angebot selbst, sondern die Situation, in die die Person damit kommen möchte. Niemand kauft einen Kurs, weil er unbedingt einen Kurs machen will. Er kauft ihn, weil er sich etwas davon verspricht. Diese Situation möchte ich im Bild sichtbar machen.
Meine Regel dafür
„Zeig das Ergebnis und nicht das Angebot.“
Wenn ich eine Bohrmaschine verkaufen möchte, kann ich die Bohrmaschine fotografieren. Spannender wird das Bild aber, wenn ich sehe, was damit entstanden ist. Das Bild hängt endlich an der Wand, oder das Möbelstück ist aufgebaut. Plötzlich gibt es eine Situation, in die ich mich hineinversetzen kann.
Bei einem Reisebüro ist es ähnlich. Mich überzeugt nicht das Foto vom Schreibtisch im Büro. Ich möchte den Ort sehen, an dem ich meinen Urlaub verbringen könnte, dieses Hotel, diese Aussicht, und dabei das Gefühl bekommen: Dort möchte ich auch sein.
Für Coaching, Beratung oder einen Kurs gilt dasselbe. Frag dich zuerst, was dein Kunde nachher erleben, können oder anders sehen möchte. Danach überlegst du, wie du dieses Gefühl oder diese Situation in einem Bild zeigen kannst.
Bei einem Ernährungscoach ist das vielleicht jemand, der mit Freude gesunde Lebensmittel einkauft, endlich Rezepte für gesunde Mahlzeiten hat oder sich mit dem, was er isst, wieder wohlfühlt. Bei einer systemischen Beraterin ist es schwieriger zu zeigen, weil das Ergebnis zum Beispiel mehr Klarheit darüber ist, warum in der Familie etwas nicht gut läuft.
Ich kenne das von mir selbst. Als ich mit einer Ernährungsberaterin viel abgenommen habe, gab es ein Foto, auf dem ich meine alte Hose vom Bauch weghalte. Das war für mich ein tolles Gefühl. Sie hat das Bild dann auch gepostet, weil ich das wollte, und mein Gesicht war darauf gar nicht zu sehen. Ein Ergebnis kann also auch eine Hose sein, die zu groß geworden ist, oder das hübsche Kleid, das wieder passt.
Schritt 2
Dann kommt die Stimmung
Zwei Bilder können dasselbe zeigen und trotzdem ganz verschieden wirken. Deshalb kommt als Zweites die Stimmung. Überleg dir, was deine Kunden spüren sollen, wenn sie dein Bild sehen. Ich unterscheide vier Bildstimmungen:
Deine Kunden spüren eine eigene Handschrift und einen Ort, der sich abhebt.
Ruhe und Klarheit kommen an, und man hat das Gefühl, in guten Händen zu sein.
Deine Kunden merken, dass bei dir Raum für ihren eigenen Weg ist.
Sie spüren Wärme und Nähe und fühlen sich gut aufgehoben.
Bei meinen bisherigen Beobachtungen wirkt die Stimmung Verbunden auf viele besonders ansprechend. Für meinen eigenen Bildstil zieht es mich eher zu Selbstbestimmt oder zu einer Mischung aus Selbstbestimmt und Verbunden. Ich mag Bilder, die eigenständig und klar wirken, aber trotzdem nicht kühl oder distanziert sind.
Eine Stimmung ist immer die Hauptstimmung, eine zweite darf leise mitschwingen. Welche Stimmung deine Kunden anzieht, findest du in meinem kostenlosen Bildstimmungs-Quiz heraus.
Schritt 3
Was gehört auf Bilder für Coaching und Beratung?
Erst jetzt geht es um das Motiv, und dafür brauchst du drei Bausteine. Der erste ist der Ort, also dein Beratungsraum, dein Küchentisch oder dein Platz für Onlinetermine. Der zweite ist etwas, das gerade passiert, zum Beispiel deine Hand, die einen Stuhl zurechtrückt. Der dritte ist das Licht, weil es die Stimmung trägt.
Das Titelbild meines letzten Blogbeitrags ist so gebaut. Du siehst eine Praxis kurz vor dem ersten Termin. Die Beraterin rückt den Stuhl für ihren Gast zurecht, auf dem Tisch stehen zwei Gläser, und die kleine Lampe leuchtet, obwohl es draußen hell ist. Es ist kein Klient im Bild, und trotzdem weißt du, dass gleich jemand kommt.
KI-generiertFür so ein Bild musst du nicht alles steril aufräumen. Die Handtasche darf ruhig stehen bleiben, und die Jacke darf über der Sessellehne hängen, weil der Raum dann nach dir aussieht. Man soll nur deinen Beruf erkennen. Wenn eine Ernährungsberaterin ihr Zimmer zeigt und nichts deutet auf Ernährung hin, glaubt man ihr die Praxis nicht.
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Bildideen-Finder startenSchritt 4
Ich würde kein Motiv pauschal ausschließen
Eine Kaffeetasse kann wunderbar funktionieren. Ich mag es selbst, wenn ich zu einem Gespräch komme und mir ein Kaffee angeboten wird. Das hat für mich etwas Persönliches. Man setzt sich zusammen, kommt ins Gespräch, und die Situation wirkt sofort weniger steif. Auch ein aufgeschlagenes Notizbuch mit Stift finde ich völlig normal, weil sich ein guter Berater Notizen macht. Ein Laptop ist ebenfalls kein schlechtes Motiv.
Langweilig wird es erst dann, wenn immer nur dasselbe zu sehen ist. Wenn auf jedem zweiten Bild der Laptop im Mittelpunkt steht oder jedes Bild aus Kaffeetasse, Notizbuch und Schreibtisch besteht, dann fehlt irgendwann die Geschichte dahinter.
Auch ein Spruch darf einmal vorkommen, wenn er zum Thema passt. Mich stört es auch nicht, wenn irgendwo im Raum ein Spruch an der Wand hängt und sich natürlich ins Bild einfügt. Für mich gibt es deshalb weniger einzelne Motive, die ich grundsätzlich streichen würde. Entscheidend ist eher, ob sie immer wieder gleich eingesetzt werden oder Teil eines stimmigen Gesamtbildes sind.
Darf bleiben
Kaffeetasse, Notizbuch, Laptop und auch einmal ein Spruch, solange nicht jedes Bild gleich aussieht.
Würde ich weglassen
Klienten, die das nicht ausdrücklich wollen, und alles, was nach einem Versprechen aussieht.
Zwei Dinge würde ich an deiner Stelle trotzdem weglassen. Deine Klienten zeigst du nur, wenn sie das ausdrücklich wollen, weil ihre Geschichte ihnen gehört. Meistens reicht das Drumherum, also deine Hände, deine Unterlagen und der Raum vor und nach dem Termin. Warum dieser Einblick so viel ausmacht, habe ich im Beitrag Instagram für Ernährungsberater und Coaches beschrieben. Versprechen lässt du besser weg, weil ein Bild sehr schnell mehr verspricht, als du halten kannst.
Schritt 5
Wie du dein Bild erstellst, kommt ganz zum Schluss
Wenn du weißt, was das Bild auslösen soll und was darauf gehört, kannst du es mit dem Handy fotografieren, in Canva zusammenbauen oder mit einer KI wie zum Beispiel ChatGPT erzeugen. Nimm das, was du schon hast.
KI ist besonders praktisch für Situationen, die du im Alltag gar nicht fotografieren darfst, etwa ein Erstgespräch. Achte dabei auf zwei Dinge: KI-Bilder kennzeichnest du als KI-Bild, dafür gibt es inzwischen auch gesetzliche Vorgaben. Außerdem sollten sie keinen Raum und keine Ausstattung zeigen, die es bei dir gar nicht gibt. Sonst kommt jemand zum ersten Termin und wundert sich.
Wenn du lieber von deinen eigenen Fotos ausgehst, zeigt dir mein Playbook Aus drei Handyfotos wird deine Bildwelt, wie du Raum, Dinge und dich selbst mit dem Handy aufnimmst, auch als Vorlage für KI-Bilder. Fertige Bausteine für über 140 Bilder stehen im Bildbaukasten.
Was eine Grußkarte mit deiner Beratung zu tun hat
Eine Käuferin meines Workbooks gestaltet Grußkarten. Vorher hat sie meistens einfach die Karte selbst gezeigt. Durch das Workbook kam sie auf die Idee, die Karte in einen passenden Zusammenhang zu setzen. Eine Trauerkarte liegt bei ihr jetzt zum Beispiel neben einer weißen Rose, und bei einer Karte mit sonnigen Grüßen ergänzt eine Sonnenblume das Motiv. Für sie war das der entscheidende Gedanke: Um das Produkt herum entsteht eine kleine Bildwelt. Seitdem setzt sie ihre Karten anders in Szene.
Sie verkauft ein Produkt und keine Beratung, der Gedanke ist aber derselbe. Auch bei dir wird aus einem Stuhl, zwei Gläsern und einer leuchtenden Lampe eine Situation, in die sich jeder hineinversetzen kann.
Häufige Fragen
Wo finde ich kostenlose Bilder für Coaching und Beratung?
Du findest sie in den großen Bilddatenbanken wie Pixabay oder Unsplash, und für einen Blogartikel reichen sie oft. Für dein Profil und deine Startseite würde ich eigene Bilder nehmen, weil dort jemand wissen will, wie es bei dir ist.
Darf ich KI-Bilder für meine Praxis verwenden?
Ja, wenn du sie als KI-Bild kennzeichnest und sie nichts vortäuschen, also kein echtes Kundenergebnis und keine Ausstattung, die es bei dir nicht gibt. Das ist ein Überblick und keine Rechtsauskunft.
Brauche ich einen Fotografen?
Du brauchst ihn nicht unbedingt. Ein Shooting ist schön, wenn du es dir leisten willst, aber für die meisten Bilder aus deinem Arbeitsalltag reichen dein Handy und gutes Licht vom Fenster.
Ein eigenes Bild muss also gar nicht spektakulär sein. Wichtig ist, dass es zu dir und deiner Arbeit passt und ein harmonisches Gesamtbild ergibt, bei dem dein Kunde das Gefühl hat: Genau dort möchte ich hin.
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Andi
Ich bin Andi, Webdesignerin und leidenschaftliche Hobbyfotografin. Ich zeige Selbstständigen in Coaching, Beratung und Gesundheit, wie sie ihre Arbeit so zeigen, dass Interessenten verstehen, was sie bei ihnen erwartet. Dafür entwickle ich einfache Tools, Checklisten und Vorlagen zum Selbermachen. Für wen ich arbeite und für wen nicht.






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